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Psychologen wollen klären, was Burnout wirklich ist

Burn-out ist zur Allerweltskrankheit geworden. Dabei gibt es nicht mal verbindliche Kriterien für die Diagnose. Das soll sich jetzt ändern.

Die Arbeit in einem Behindertenwohnheim war ihr Traumjob. Doch vor zwei Jahren ging bei Beate Schneider (Name geändert) auf einmal nichts mehr. Die Diagnose war schnell gestellt: Die Sozialarbeiterin wurde von ihrem Arzt mit Burn-out in die Klinik geschickt. "Aber die Diagnose war falsch", sagt die fünffache Mutter. "Ich hatte Depressionen und massive Eheprobleme."

 


Foto: pa / Frank May Die Diagnose "Burn-out" mag manchem attraktiver erscheinen als "Depression". Dabei handelt es sich dabei nur um eine Selbsttäuschung

 

Ihr Fall sei keine Ausnahme, sondern eher die Regel, sagt der Vorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl. "Ein Großteil der Menschen, die wegen Burn-out eine Auszeit nehmen, leidet de facto schlicht an einer depressiven Erkrankung", urteilt der Leipziger Psychiater. Mit seiner vehementen Kritik am "Modebegriff Burn-out" hat Hegerl eine öffentliche Debatte angestoßen. Seit Monaten ringen Psychiater, Psychotherapeuten und Psychologen in den Medien um eine klare Definition der Burn-out-Diagnose. Denn die gibt es bislang nicht. Hier geht´s weiter...